Rainhard Fendrich, das verkannte Genie

Was macht eigentlich Rainhard Fendrich?
Seit Jahren warte ich auf neue musikalische Ergüssse des Austropopers. Unvergessen seine mit einem gewissen ironischen Wortwitz erfrischend peppig geschriebenen Songs.

Mein absoluter Favorit ist immer noch „Strada del Sole“, auch wenn der kommerzielle Erfolg in Deutschland vermutlich auch aufgrund fehlenden Verständnisses für diesen im Wiener Dialekt geschriebenen Song über eine während einer Italienreise gescheiterten Beziehung ausblieb.
Hier mal eben der Text:

I steh in da Hitz an da Strada del Sole,
die Fiaß tamma weh in die neich’n Sandale.
Mei Freindin is oposcht1 mit an Italiano,
des Göld hams ma g’stessn2, jetzt stehr i allan do,
und hab kane Lire. I hab kane Lire,
und kane Papiere, so wos haut de net fire…

Auf amoi woars päule3 mit dem Papagalle, mmm…
Und mi loßt’s da anglahnt
in meine neich’n Sandale, des is a Skandale.
I hab kane Lire, und kane Papiere, so wos haut di net fire.

Er wollte Amore mit Bella Ragazza,
auf sentimentale und auf da Matrazza.
Dann is er no antanzt mi’n Alfa Romeo.
Z’erscht hab i’no ausglocht, und jetzt stehr i schee do,
und hab kane Lire…
Er hot’s mitn Schmäh packt auf dolce far niente, mmm…
net sehr vül im Hirn, ober molto potente, dem hau i die Zähnt ei!
I hab kane Lire, und kane Papiere, so wos haut di net fire.

I wollt nach Firenze, nach Rom und nach Pisa,
doch jetzt hab i endgültig gnua von die Gfriesa4.
Total abgebrannt steh i da ganz allani,
war i nur daham bliebn bei meine Kumpani.
I winschat des ollas am liabsten zum Teifl, mmm…
was brauch i den Bledsinn,
I steh auf’s Gänsehäufl5, auf Italien pfeif i!

1=abgezogen, abgerauscht
2=geklaut
3=verschwunden
4=Gruppe von Menschen, die man nicht mag
5=Stadtbad in Wien

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